Auszug, Vorhalten
Der kaum gespannte Bogen wird mit eingelegtem Pfeil, nur wenig angewinkeltem Bogenarm und lockerem Zugarm bis auf etwa Mitte der Scheibenhöhe angehoben, diese Position beschreibt man mit dem Begriff Vorhalten. In dieser Position verhält der Schütze einen Moment bis zum weiteren Bewegungsablauf. Die Schultern sind dabei völlig unverkrampft und ohne jede Anspannung. Der Bogen sollte dabei bereits möglichst vertikal und auf der Höhe des Ziel stehen (der Schütze visiert dabei bereits unentwegt das Gold an) und behält diese Position für einen kurzen Moment, bis er zu einem weichen Übergang in Richtung des Ankerpunkt diese Bewegung fortsetzt. Der Bogenarm wird gleichzeitig gestreckt und das Ellenbogengelenk parallel zur Sehne ausgerichtet.
Die Bogenhand dreht dabei leicht nach Außen (wie im Bild), was eine Eindrehung des Unterarmes voraussetzt. Der Zugarm zieht mit dem Ellenbogen bis auf ca. der Augenhöhe, eng am Kopf entlang bis die vom Schützen fest eintrainierte (individuelle) Vor- Auszugslänge erreicht ist. Dies entspricht, je nach Körpergeometrie, etwa 85- 95% des Gesamtauszuges und endet kurz vor der Berührung der Bogensehne mit der Nasenspitze bzw. mit den Lippen. Die Zughand folgt dabei entlang der direkten Kraftlinie bis unmittelbar vor den (möglichst weichen Übergang) zum endgültigen Ankerpunkt.
Stichwortartige Zusammenfassung:
Der Zugarm: Die Sehne muss in einer geraden Linie bis ca. zwei bis drei Zentimeter vor den Ankerpunkt gebracht werden. Der Unterarm der Zughand bleibt bis zum vollständigen Bewegungsablauf entspannt.
Die Atmung: Der Bogenschütze atmet während des Zugvorgangs ein. Während des Auszugs einzuatmen vermittelt dem Schützen ein Gefühl von Entspannung bei gleichzeitig voller Konzentration auf den weiteren Ablauf.
Die Zughand: Der Winkel des Handgelenks wird während des gesamten Auszugvorgangs grundsätzlich nicht mehr verändert!
Die Finger an der Zughand: Die Finger der Zughand müssen die erforderliche Mindestkraft entwickeln ohne dabei die Position zu verändern. Der Bogenschütze empfindet diese während des gesamten Ablaufes als eine einzige, beinahe starre Einheit. Die anderen (ungenutzten) Finger, der Handrücken und der Unterarm bleibt dabei vollkommen entspannt.
Der Bogenarm: Ab dem Moment des eingeleiteten Auszugs ist auch der Bogenarm in der horizontalen & vertikalen Linie auf die Zielscheibe ausgerichtet. Diese Phase muss bereits zu Beginn des Auszugs erreicht sein, nachjustierende Bewegungen des Bogenarm nach oder während des Auszugs bringen unnötige Unruhe und vermeidbare Kontentrationsunterbrechungen in den möglichst vollständig koordinierten Bewegungsablauf.
Die Bogenschulter: Es ist unbedingt darauf zu achten, dass die Bogenschulter während des Auszugs unverkrampft und locker (aber dabei dynamische Stärke zeigend) unten bleibt und nicht angehoben oder gegen den Kopf eingeknickt wird.
Bei richtig eingenommener Schulterposition erreicht der Schütze deutlich mehr Kraft in Richtung der Bogenkräfte und kann diese Position auch länger einhalten, ohne daraus mit der positioniert, fixierten Gesamtgeometrie des Körpers hinauszuwandern, der Abschuß (Lösen) erfolgt aus einer kontrolliert eingenommen und konstand stabil gehaltenen Position. Ist der Bogenschütze nicht in der Lage mit tiefen Schultern zu schießen, wird ein Teil der eingesetzten Kraft von anderen Bereichen der Körpermuskulatur aufgebracht und kann schon mittelfristig zu vermeidbaren Verspannungen, Zerrungen und anderen Sportverletzungen führen.
Nächstes Thema: Der Ankerpunkt
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