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Visiereinstellung Recurve- u. Compoundbogen
Besonders am Anfang ist der Schütze oft mit der richtigen Visiereinstellung überfordert und dreht eine ganze Weile in die falschen Richtungen bis die Pfeilgruppe endlich dort landet wo es eigentlich beabsichtigt ist.
Im Grunde ist es jedoch recht einfach das Bogenvisier innerhalb relativ kurzer Zeit richtig einzustellen, wenn man systematisch vorgeht und dabei ein paar wichtige Regeln beachtet.
Grundlage der Visiereinstellung ist ein definitives Schußbild. Dazu schießt der Schütze bei möglichst sauber umgesetztem Schußablauf 2x drei Pfeile auf die Scheibe, wobei selbstverständlich möglichst sorgfältig im Gold anvisiert wird.
Je nach dabei erzielter Pfeilgruppe geht der Schütze sodann an die erste Grobeinstellung.
Sämtliche im Handel erhältliche Visiere sind nach dem gleichen Prinzip aufgebaut, der Ausleger kann nach Gusto mehr oder weniger in Anspruch genommen werden, wobei viele Schützen eine möglichst weit ausgezogene, nach vorn zum Ziel orientierte Korntunneleinstellung bevorzugen. Weiterhin lässt sich der Korntunnel in der Höhe und seitlich zur mitteleren Bogenachse verstellen, dies wäre es dann auch schon im Wesentlichen.
Anhand eines Beispiels wollen wir hier eine Visiereinstellung simulieren, so wie diese in der Praxis immer wieder einmal vorzunehmen ist. Andere als die sonst verwendeten Pfeile, ein Wurfarmwechsel (stärker oder schwächer) oder das Schießen auf unterschiedliche bzw. wechselnde Entfernungen machen eine Visierkorrektur unabdingbar. Dazu nehmen wir nachdem wir unsere oben beschriebenen 6 Einstellpfeile abgeschossen haben die folgende Pfeilgruppierung auf der Scheibe an, wobei die angenommenen Pfeilpositionen hierzu grün auf der Auflage markiert sind:
Wir sehen also, dass die Pfeile insgesamt zu tief und ein ordentliches Stück zu weit links angekommen sind. Nun ermitteln wir den ungefähren Mittelwert der vorhandenen Einstellgruppierung, so wie dieser auf der Scheibe mit einem roten Punkt markiert ist.
Nun müssen wir unbedingt die wichtigste Grundregel bei der Visiereinstellung beherzigen um einen Schritt in die richtige Richtung zu machen:
Egal wo die Pfeile auf der Scheibe landen, muss das Visier immer in die gleiche Richtung der abweichenden Pfeilgruppierung verstellt werden! Man geht mit der Visiereinstellung also den Pfeilen hinterher…
In unserem Beispiel haben wir festgestellt, dass wir zu tief und zu weit links liegen, also müssen wir mit dem Visier weiter runter und nach links, eigentlich ist dies ganz einfach.
Wenn wir unsere Pfeilgruppierung genauer betrachten, stellen wir zudem fest, dass die Abweichungen in Höhe und Seite sogar annähernd identisch sind, insofern können wir etwa das gleiche Maß als Grundeinstellung am Visier sowohl horizontal als auch vertikal verstellen.
Ordentliche Visiere ab mittlerer Preisklasse haben dazu eine Strichmarkierung (Nonius) als Einstellhilfe. Wir verstellen bei diesem Beispiel einfach mal 5 Striche auf dem Nonius in der angegebenen Richtung, dann sollte das nachfolgende, ebenfalls sehr sorgfältig ausgeführte Schussbild der nächsten 6 Pfeile etwas so aussehen, wie auf der zweiten Abbildung der Scheibenauflage. Wir stellen danach sehr zufrieden fest, dass wir dem Gold ein gutes Stück näher gekommen sind, also in die richtige Richtung eingestellt haben. Nun peilen wir grob über den Daumen, dass wir etwa 2/3 der ursprünglichen Zielabweichung beseitigt haben. Demnach benötigen wir im letzten Schritt der Einstellung etwa 2 weitere Striche um mit unserer Pfeilgruppierung im Gold zu landen. Wir verstellen also 2 weitere Striche nach unten und nach links.
Danach sollte das Schussbild Treffer im Gold zeigen, ansonsten justiert man noch etwas fein nach, nach dem gleichen Muster wie weiter oben angegeben. Sollte man etwas zu weit verstellt haben, einfach ein kleines Stück zurück verstellen, fertig.
Egal wie die erste Gruppierung aussah und wo diese landete, nach oberem Schema findet der eigene Pfeil früher oder später das sorgfältig anvisierte Gold.
Anmerkung: Um ganz sicher zu gehen kann man bei der Einstellung auch in zwei voneinander getrennten Schritten vorgehen. Also zunächst erst die Höhe und danach die seitliche Abweichung (ver-) einstellen – oder umgekehrt. Dies erfordert etwas mehr Zeit, ist für einen Anfänger jedoch empfehlenswert. Um die Visiereinstellung auf unterschiedlichen Entfernungen später nachhalten zu können ist es nützlich die dazu ermittelten Werte in seinem Schießbuch zu vermerken, wobei sich dies hauptsächlich auf die Visierhöhe (Vertikaleinstellung) bezieht. So kann der Schütze seinen Bogen demontieren und beim nächsten Schießen wieder montieren und dabei darauf zurück greifen. Die seitliche (horizontale) Einstellung wird sich bei Verwendung des gleichen Bogens mit gleichen Wurfarmen grundsätzlich nicht ändern, sofern an Pfeilauflage und Button nichts verändert wurde. Schon bald hat man diese Positionen daher auch fest im Gedächtnis. Wichtig ist es natürlich auch, dass bei der Montage des Bogens immer die gleiche Position am Ausleger eingestellt ist. Nur dann passen die vorher ermittelten Werte erneut nach dem Zusammenbau des Bogens.
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