Bogen- Visier, Korntunnel, Scope
Das Visier des Bogens ist im Grunde eines der wichtigsten Hilfmittel des engagierten Sportschützen, wirkliche Präzisionsschüsse mit hoher Wiederholgenauigkeit sind nur unter dessen Verwendung möglich. Je nach ausgeübter Bogensport- Disziplin unterscheiden sich Visiere als Zielhilfe sehr deutlich untereinander, daher gehen wir nachfolgend auch nach diesem Schema in der Beschreibung der einzelnen Ausführungen vor.
Recurvebogen:
Am Recurvebogen wird mit grosser Mehrheit ein Auslegervisier mit Korntunnel (wie auf oberer Abbildung) verwendet, die einzelnen Fita- Regularien lassen wir bei der nachfolgenden Beschreibung jedoch aussen vor. Ein Recurve – Auslegervisier mit Korntunnel gibt es von recht einfachen Ausführungen bis hin zu echten Präzisionsinstrumenten mit sehr fein gerasterten Einstellmöglichkeiten und Verwendung von Hightec- Materialien wie Carbon und hochfesten Aluminiumlegierungen. Ein Visier muss im Grunde lediglich zwei Aufgaben erfüllen:
- der Korntunnel muss möglichst fein einstellbar sein
- die Position des eingestellten Korntunnel darf sich zur vertikalen und horizontalen Bogenachse auch bei Hunderten von Schüssen nicht verstellen, ein wanderndes Schußbild wäre die Folge
Wem die pysikalischen (Abschuss-) Kräfte eines Recurve- Turnierbogen bekannt und ein Begriff sind weiß, dass diese Aufgaben technisch keinesfalls einfach zu realisieren sind, daher sind Qualität und Material ausschlaggebend für die Wahl des engagierten Schützen. Im Handel befinden sich derart viele Angebote unterschiedlichster Preisklassen und verschiedener Hersteller, grundsätzlich fast von gleichbleibend hohem Niveau, bis auf die Billigangebote um 25.- Euro aus Kunststoff.
Ab etwa 50- 70.- Euro bekommt man hingegen schon fast ein Mittelklasse- Modell, womit man bis in den Bereich des Turnierschützen durchaus gut beraten ist. In oberem Bild sehen wir, dass bei dieser Ausführung zur Höhenverstellung nicht etwa eine einfache Klemmschraube angebracht wurde, sondern dass der Visierschlitten mit Korntunnel auf einer Zahnstange mittels einer feinen Schneckenschraube verstellt wird. Dies ist eines der Merkmale die Billigprodukte von höherwertigen Ausführungen unterscheiden, darauf sollte man bei der Anschaffung unbedingt achten.
Für die unterschiedlichen Korntunnel (ca.10-12mm) gibt es Ausführungen mit Visierpin und/oder Fadenkreuz, welche Option man wählt ist letztlich reine Geschmackssache, recht viele Profis schießen ohne verlängertem Ziel-Pin, allein über den Tunnel.
Compoundbogen:
Alles was oben bereits angemerkt wurde gilt selbstverständlich auch für den Compoundbogen, wobei dort noch einmal deutlich höhere Anforderungen bestehen, weil diese bis hoch zu 60- bis max. 70 Pfund geschossen werden. Diese Kräfte bedürfen einer entsprechenden Berücksichtigung, daher sind Compound- Visiere in der Regel besonders stark ausgelegt. Hinzu kommt, dass der Compoundschütze aufgrund seines Hightec- Bogens natürlich auch am Visier nicht sparen wird, in diesem Bereich haben sich daher schon seit längerer Zeit regelrechte Ziel- Optiken (Scope) etabliert und sind auch auf Fita- Turnieren zugelassen. Scoopes sind recht ordentlich dimensioniert, 45mm sind da keineswegs eine Seltenheit. Zudem haben die Scopes Linsen mit Vergrösserungswerten von, 0,5, 075, 1,0 und 1,25 dies entspricht analog einer 4, 6, 8 und 10fachen Vergrösserung des anvisierten Zielbereiches, auch dadurch entsteht dem Compoundschützen ein unschätzbarer Vorteil gegenüber einem Recurve- Schützen.

Die Jagd- und Feldschützen unter den Compoundern wählen ein Visier mit Pins, welche in unterschiedlichen Höhen angebracht sind.
In den anderen Bogendisziplinen werden in der Regel keinerlei Zieleinrichtungen verwendet, diese werden “blank” geschossen.
Der Bogensport übt nicht selten eine ganz besondere Faszination auf seinen Betreiber aus. Der engagierte Anfänger, Fortgeschrittene oder Profi findet hier aktuelle Infos zu allen Bereichen des Bogensport:




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