“Alle ins Gold!” und andere Irrtümer rund um Pfeil und Bogen
Buchrezension:
Vor wenigen Wochen ist das gleichnamige Buch von Thomas M. Meine in der nunmehr 2. Auflage im Books on Demand Verlag, Norderstedt, ISBN 978-3-00-029013-8, Bezugsquelle, erschienen. Mit grossem Interesse habe ich dieses Buch gelesen und berichte aus einem Rezensionsexemplar, dass mir der Verlag dazu zur Verfügung stellte:
Gleich auf Seite 1, noch vor dem eigentlichen Vorwort, wird inhaltlich mit einem allerersten Mißverständnis aufgeräumt, dort steht wörtlich:
Das Buch, das nirgends aneckt, es allen recht macht und niemanden aufregt, heißt Telefonbuch, dies ist kein Telefonbuch!
Allein damit ist der Stil in dem dieses Buch verfasst wurde ein gutes Stück weit richtig beschrieben.
Auch auf der Rückseite des Einbandes finden wir keine der sonst im Sachbuchbereich üblichen, detaillierten Inhaltsangaben, sondern einen weiteren und sehr deutlichen Hinweis darauf, dass es in diesem Buch inhaltlich nicht wirklich um sachliche Grundlagen des Bogensport oder gar technische Beschreibungen der unterschiedlichen Bögen geht, sondern vielmehr um die vielen Sagen & Legenden, bis hin zu über viele Jahrhunderte möglicherweise völlig falsch überlieferte Mythen, zu denen es dem Autor offenbar ein grundlegendes Bedürfnis war bestimmte Sachverhalte etwas mehr den damaligen und heutigen Realitäten anzunähern.
Viele der dort aufgegriffenen Themen sind auch nicht aktiven Bogensportlern geläufig, so derart bekannt und leider oft völlig falsch und bis zur Unkenntlichkeit ausgeschmückt und weit verbreitet sind diese. So schlägt der Autor im Buch einen weiten Bogen in die Vergangenheit und recherchierte erstaunlich aufwändig den möglicherweise nicht immer (oder besser gesagt, fast nie)zutreffenden Hintergrund vieler Erzählungen rund um das Thema Pfeil & Bogen, teilweise bis in die Antike.
Zu den inhaltlich aufgegriffenen Themen zählen:
- der Robin-Hood-Schuss
- der sagenhafte Schuss des Odysseus
- der Pfeilschuss des Amor
- Artemis, die Göttin der Jagt
- das Sternbild Schütze
- Rekorde im Bogenschießen
- der Schuss des Wilhelm Tell
- die Amazonen
und viele andere Themen, Hintergründe und Geschichten rund um das Bogenschießen aus vergangenen und heutigen Tagen.
Dabei versäumt es der Autor keinesfalls, diese auf herzlich humorvolle Art & Weise zu kommentieren, man könnte auch sagen, er gibt dem Leser durchaus auch ein paar ganz neue Betrachtungsweisen und einige eigene Lebensweisheiten mit auf den weiteren Weg.
Insgesamt ist das Buch durchaus dazu geeignet dem Bogenschießen - jedoch noch mehr den vielen Publikationen die sich rundum mit diesem Thema beschäftigen, künftig etwas mehr Skepsis entgegen zu bringen. Wenn man dieses Buch aufmerksam gelesen hat, erinnern viele Passagen darin an ähnliche Beschreibungen wie wir alle diese aus dem Jagd- und Angelsport her kennen, so ganz wird es den Menschen wohl nie gelingen Dinge, die man mit einer gewissen Passion und besonderer Vorliebe betreibt in allen Fällen immer sachgerecht zu beschreiben, viel zu sehr ist offenbar weit die Neigung verbreitet diese etwas positiver auszuschmücken.
Der Autor nimmt sich dieser Unart an und Stellt viele der dort beschriebenen Themen durchaus sehr sachkundig richtig, dort wo eher ein persönliches Ermessen den Hintergrund seines Urteils bildet, ist er nicht weniger überzeugend in der abschließenden Analyse.
Mit diesem Buch erhält man demnach eine in weiten Teilen ausführlich begründete und damit hinreichend überzeugend vorgetragene Kritik an der Glaubwürdigkeit der dort behandelten Themen. An den Stellen wo es nach so langer Zeit nun wirklich niemand mehr tatsächlich wissen kann, hilft stets etwas Logik weiter.
216 Seiten “Hintergründe” zu Pfeil und Bogen, gepaart mit einer ordentlichen Portion Humor – und wo nötig – durchaus auch etwas verhaltenem Sarkasmus.
Durchweg lesenswert!
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Der Bogensport übt nicht selten eine ganz besondere Faszination auf seinen Betreiber aus. Der engagierte Anfänger, Fortgeschrittene oder Profi findet hier aktuelle Infos zu allen Bereichen des Bogensport:




Eine
große Auswahl von Sachbüchern zum Thema Bogensport gibt es im
Ich habe mir das Buch bei Amazon geholt. Es ist wirklich lesenswert!
Sehr plausibel und gut nachvollzogen, was so alles falsch oder gar Unsinn ist an manchen Mythen, Sagen und Legenden.
Und die Verfasser, ob die alten Griechen oder Römer, ob Gebr. Grimm, Goethe oder Schiller – alle bekommen auch noch sehr persönlich ihr Fett weg.
Dieses Buch ist nicht nur für Bogenschützen interessant, man lernt praktisch in jedem Kapitel Allgemeinwissen dazu.
Ich glaube der Verfasser hat während dem Schreiben eines wohl zunächst auf Pfeil und Bogen ausgerichteten Buches entdeckt, dass seine Kenntnisse und Talente -geschichtlich wie philosophisch – viel weiter reichen.
Er könnte wohl bei manchen Kapiteln den Faden aufnehmen und ein eigenes Buch dort weiterschreiben.
Obwohl aussen genau das draufsteht was man innen bekommt, ist man dennoch überrascht vom Inhalt.
220 Seiten mache ich am Stück einem ruhigen Tag oder bei einer mittellangen Zugfahrt. Diese 220 Seiten habe ich allerdings über viele Tage verteilen müssen, soviel Neues kam hinzu und gleichzeitig die ständige Versuchung, das alles irgendwo verifizieren zu müssen, weil der Autor teilweise die gewohnte Welt völlig auf den Kopf stellt.
Obwohl die eine oder andere Bemerkung oder Ansicht auch recht hart vor den Kopf haut, ist es ein Buch dass mich sehr bereichert hat.
Hallo Gerhard,
mir ging es so ähnlich, auch ich musste mich in weiten Strecken zunächst recht intensiv einlesen um die obere Rezension überhaupt schreiben zu können. Dieses Buch ist nicht in zwei drei Sätzen zusammen zu fassen.
Vielleicht macht es aber gerade dies so lesenswert!
Und ja, Dein Eindruck ist richtig, nach kurzem Kontakt mit dem Autor T. M. Meine teilte mir dieser mit, dass das Thema Bogenschießen mit diesem Buch noch längst nicht für ihn abgeschlossen sein wird.
[...] ich vor einigen Wochen erst die Rezension zum Buch “Alle ins Gold” und andere Irrtümer rund um Pfeil und Bogen, Bezugsquelle: [...]